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Kirchenraum

Das Kirchenmuseum ist eine eigenständige Abteilung innerhalb des Stadtmuseums Pinkafeld und gilt als eine in dieser Form einzigartige Einrichtung in der burgenländischen Museumslandschaft.

— Konzept und Gestaltung

Informationen zum Ausstellungsraum

  • Der Raum präsentiert gemeinsam Exponate der katholischen und der evangelischen Pfarre von Pinkafeld. Diese Co-Präsentation würdigt die lange Tradition des konfessionellen Nebeneinanders in der Stadt, die unter anderem durch das religiöse Verständnis der Familie Batthyány gefördert wurde.
  • Der Ausstellungsraum wurde im Jahr 2005 vom Pinkafelder Künstler Andreas Lehner komplett neu gestaltet.

Museumsraum mit roten Wänden, Kreuzfigur in Vitrine und religiösen Ausstellungsstücken

— Historischer Kontext

Entwicklung der röm.kath. Pfarre und der evang. Pfarre A. B.

Der Kirchenraum dokumentiert die Entwicklung der römisch-katholischen Pfarre Pinkafeld, die als die älteste der Herrschaft Bernstein gilt. Über die Entwicklung der Kirchenbauten, die des Öfteren zerstört und wieder neu errichtet wurden, bis zum heutigen Gotteshaus wird ebenso berichtet, wie über die religiöse und geistige Blütezeit der Pfarre unter Pfarrer Joseph Michael Weinhofer und Gräfin Franziska Batthhyány in der ersten Hälfte des 19. Jhs. In dieser Zeit wurden mehrere Kapellen und das „Haus zum heiligsten Herzen Jesu“, -Kloster, Spital, Schule, Kindergarten und Waisenheim der Barmherzigen Schwestern -gegründet. Es wird heute noch als „Haus St. Vinzenz“ als Alten- und Pflegeheim“ betrieben.

 

Beleuchtet wird sowohl die Zeit der Gegenreformation, in der protestantische Adelsfamilien wie die Rindsmaul in Pinkafeld Zuflucht fanden, als auch die Auswirkungen des Toleranzpatents von 1781, das die Gründung der evangelischen Kirchengemeinde im Jahr 1783 ermöglichte. Die Schwerpunkte der Geschichte der evangelischen Pfarre A. B. Pinkafeld sind die Errichtung des ersten Bethauses 1785 und die Umbauten, die zum heutigen Erscheinungsbild der Pfarrkirche führten, sowie die Geschichte vom Waisenhaus zum Diakoniezentrum – Alten- und Pflegeheim.

 

Beide Pfarren gehören heute mit mehreren Filialen zu den größten des Burgenlandes.

— Einblicke

Zentrale Exponate

  • Den Mittelpunkt der Sammlung bildet die Pinkafelder Krippe. Diese kunstgeschichtliche Besonderheit stammt aus dem Jahr 1826. Sie besteht aus 51 detailgetreuen, holzgeschnitzten Figuren im Stil des Biedermeiers und wurde der katholischen Pfarre von Gräfin Franziska Batthyány gespendet.
  • Die Ausstellung umfasst eine Vielzahl sakraler Objekte, darunter eine gotische Mondsichelmadonna aus dem 15. Jh., Eremitenfiguren aus der Kalvarienbergkapelle, Kelche Kreuze und ein Taufgeschirr. Sie spannt einen Bogen zwischen der prachtvollen Ästhetik des katholischen Barocks und den schlichteren, aber ebenso bedeutenden Objekten der evangelischen Gemeinde.

  • Ein zeitgenössisches Bild zeigt Gräfin Franziska Batthyány in der Ordenstracht der Barmherzigen Schwestern, die sie nach Pinkafeld brachte und als Witwe dem Orden beitrat.

  • Ein wichtiges dokumentarisches Exponat ist das Bruderschaftsbuch des Herz-Jesu-Vereins. Dieser Verein war eine prägende Kraft im religiösen Leben des 19. Jahrhunderts und zählte im Jahr 1877 mehr als 19.700 Mitglieder.
  • Ein bedeutendes Dokument ist das Ansuchen um Genehmigung der Gründung einer evangelischen Pfarrgemeinde in Pinkafeld von evangelischen Bürgern der Marktgemeinde Pinkafeld nach dem Toleranzpatent, vom 17. April 1783.

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