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Das Tuchmachermuseum ist eine zentrale Abteilung des Stadtmuseums Pinkafeld, das im historischen „Rindsmaulschen Gutshaus“ (dem Alten Rathaus) untergebracht ist. Es wurde 2004 eröffnet und widmet sich dem über Jahrhunderte bedeutendsten Gewerbe der Stadt.
Das Museum dokumentiert den gesamten Lebenszyklus der Textilherstellung – von der Rohwolle bis zum fertigen Tuch.
Das Musem spiegelt die Entwicklung vom Tuchmacherhandwerk zur Textilindustrie in Pinkafeld wider.Jahrhunderte lang prägte die Tuchmacherei in Form von Gewerbe, Zünften, Genossenschaften und Industrie das Leben der Menschen in Pinkafeld.
Gefördert durch Maria Theresia, erlangte die Tuchmacherei im 18. Jahrhundert für den Markt Pinkafeld und für das damalige Westungarn besondere Bedeutung. 300 Familien lebten damals von der Tuchmacherei. Der Spruch: „Leben die Tuchmacher, lebt der Markt“ erinnert an Bedeutung dieses Handwerks für die wirtschaftliche Entwicklung Pinkafelds bis zum letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.
Die „Industrielle Revolution“ erfasst nun auch Pinkafeld. Es werden erste Textilfabriken gegründet. Um gegen die neue Konkurrenz bestehen zu können schlossen sich die ortsansässigen Meister 1878 zu einer Tuchmachergenossenschaft zusammen. Doch gegen die Konkurrenz der Fabriken können die weiterhin selbständigen Meister nicht bestehen. 1924 scheitert das Projekt „Tuchmachergenossenschaft“, die ehemals unabhängigen und selbstbewussten Meister müssen nun als einfache Lohnarbeiter in den Textilfabriken ihr Brot verdienen. Auch in Pinkafeld hat sich damit endgültig der Wandel vom Tuchmachergewerbe zur Textilindustrie vollzogen.
Pinkafeld entwickelt sich im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum der burgenländischen Textilindustrie, erst die europäische Textilkrise führte im Jahr 1966 zur Schließung von zwei großen Textilfabriken. Heute gibt es keinen Textilbetrieb mehr in Pinkafeld. Seit den 1960er Jahren vollzog sich der Wandel der Stadt von einer Textilhochburg zu einem Zentrum für Bildung mit zahlreichen Schulen und einer Fachhochschule.
Das Museum verfolgt einen interaktiven Ansatz, um die Handwerkstechnik für alle Generationen greifbar zu machen: